Facilitating – Begleitung ins Neue

Bei meiner Begleitung gehe ich von der Annahme aus, dass das Potential für den Wandel, für das Neue bereits in jedem Einzelnen und in jeder Unternehmung angelegt ist. Meine Begleitung zeichnet sich nicht durch Fachkompetenz aus (wie z.B. bei einem Trainer oder einer Beraterin).  Ich verfüge aber über Feldkompetenz (weiß, wie die Branche „tickt“), über weitreichende Methodenkenntnisse und das wichtigste: über jahrzehntelange Kompetenz im Umgang mit Gruppenprozessen und –energien.

Mit meiner Art der Begleitung gebe ich Menschen Sicherheit und Vertrauen, auch in chaotischen oder unübersichtlichen Situationen, die das Neue, Ungewohnte mit sich bringt. Ich gebe keine Lösungen vor, sondern befähige Menschen, selbst nachhaltige Lösungen zu entwickeln, in dem ich die notwendigen Lernräume „designe“. In diesem sicheren Raum ist dann Entwicklung möglich, die Wandel, Innovation, Neues fördert.

Ich sehe die wesentliche Aufgabe bei meiner Form der Begleitung darin, das Wissen und die Weisheit einer Gruppe oder eines gesamten Systems zu Tage zu fördern – und wenn dann Eigendynamik entsteht, ihr möglichst nicht im Weg zu stehen.  Wenn es so gelingt, offene Dialoge zu starten und synchrone Denk- und Entwicklungssprünge zu ermöglichen, kommen oftmals neue und ungewohnte Fragestellungen zu Tage und Antworten, die sprachlos machen. Dann beginnt  ein ganzes System synergetisch und vor allem über strukturelle innere Grenzen hinaus zu denken – echte Geburtsstunden für Neues.

Wie tue ich das?

Ich bleibe neutral und offen für alle Ressourcen (also Ansichten, Erfahrungen, Kenntnisse, Persönlichkeitsmerkmale etc.), die in dem System, mit dem ich arbeite, vorhanden sind: seien es Einzelpersonen, Gruppen, Organisationen. Ich lasse Bedenken ebenso stehen wie Bestätigungen, ohne sie zu werten.

Ich  interveniere nur dann, wenn es für den Prozess erforderlich ist – nie, um mich und mein Wissen in den Vordergrund zu stellen. Dabei schreckt es mich auch nicht, mal auf Widerstand und Ablehnung zu stoßen – wenn es der Sache dient ist es willkommener Anlass, diese wichtigen Kräfte zu spiegeln.

Ich habe eine grobe Struktur im Kopf, weiß aber nie genau, wie der Prozess verlaufen wird, sondern  vertraue dem Prozess und der Gruppe. Diese Haltung setzt ein großes Maß an Reflexion und Eigenverantwortung voraus – bei mir wie auch bei meinen Kunden – für Menschen aus hierarchisch strukturierten Systemen eine Herausforderung und ein Lernfeld zugleich!.

Ich behalte stets das angestrebte Ziel und den Verlauf im Auge und nutzt Signale, um den Prozess voranzubringen. Ich beobachte den Prozess aus einer dafür notwendigen Distanz – ohne die im System vorhandenen Denkgewohnheiten zu übernehmen.

Ich versuche, mich weitgehend unsichtbar zu machen, um Raum zu geben für Eigenverantwortung und Selbststeuerung und versuche gleichzeitig vollkommen präsent zu sein – immer wieder eine Herausforderung in meinem Beruf!

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4 Antworten zu “Facilitating – Begleitung ins Neue”

  1. alexander sagt:

    “Ich interveniere nur dann, wenn es für den Prozess erforderlich ist – nie, um mich und mein Wissen in den Vordergrund zu stellen.”

    Wie wäre es alternativ – nicht ganz so absolut – mit “Es ist mir wichtig, nur dann zu intervenieren, wenn es für den Prozess notwendig ist und nicht, um mich und mein Wissen in den Vordergrund zu stellen”

  2. admin sagt:

    Da magst Du recht haben, dass das etwas absolut klingt. Da ich ein impulsiver und “erklärender” Mensch bin, habe ich mir in der Moderation eine “innere Reflexionsschleife” eingebaut mit der Frage: “Ist es jetzt wirklich nötig, zu intervenieren, Wissen zu vermitteln, meine Meinung beizutragen?”

  3. So hangt eine gesunde Krisenverarbeitung entscheidend von der Bereitschaft zur Selbsterkenntnis ab…Aber auch die umgebenden Menschen konnen viel zum Gelingen einer Krisenbewaltigung beitragen durch wertschatzende Haltung einfuhlendes Verstehen und vor allem durch die Uberzeugung daB in einer Krise ein tiefer Sinn verborgen sein kann der gefunden werden will…Auch jegliches Bemuhen von Arzten und anderen Fachpersonen sollte in diese Richtung zielen nicht durch Beschwichtigung oder Verabreichung von Medikamenten sondern durch aufbauende Gesprache die hilfreiche Erkenntnisprozesse auslosen so daB ein Mensch neu gestarkt die Weichen anders stellen kann.

  4. admin sagt:

    Wie wahr! Die Selbsterkenntnis, dass ich mich in der Krise nicht nur mit meiner eigenen Position auseinander setze, sondern auch der Meinung, dem Standpunkt meines Gegenübers Raum gebe, um darüber im so entstandenen Abstand die Gesamtheit der Krise in den Blick zu bekommen. Das führt für mich zu der Erkenntnis des All-Eins-Seins oder anders ausgedrückt zu der Erkenntnis, dass ich Teil in einem großen Spiel bin und durch mein Verhalten, mein Entscheiden mit verantwortlich bin, ob eine Krise eskaliert durch Emotionen und Grabenkämpfe bis hin zur gegenseitigen Vernichtung oder deeskaliert durch Akzeptieren des Gegenübers und seiner Haltung und damit auch unauflösliche Gegensätze als etwas Gegebenes hin zu nehmen.

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